„Als Arbeitsschützer mache ich keine Kompromisse, wenn es um Leib und Leben geht …“
Liebe Leserin, lieber Leser,
eigentlich sollte ich Tankwart oder Gärtner werden ...
Kennen Sie zufälligerweise auch noch diese alte Software, die in den 90er Jahren in Berufswahlzentren eingesetzt wurde? Man musste Interessen anklicken, dann wurde einem der Traumberuf ausgegeben. Mit mäßiger Trefferquote: Laut dieser Software wäre ich heute Tankwart oder Gärtner. Die Wahrheit ist: Ich hatte damals keinen wirklichen Plan, außer: Ich wollte die Welt retten, so ein bisschen Held sein. Ich wurde Diplom-Ingenieurin für Umweltingenieurwesen und Verfahrenstechnik.
... ich wollte aber die Welt retten.
Nach 4 Jahren in einer Unternehmensberatung für betriebliche Umweltschutzmaßnahmen stürzte ich mich in mein nächstes Herzensanliegen: den Schutz der Menschen. Dabei ist mir das Thema quasi in die Wiege gelegt:
Mit 6 Jahren lebte ich am Ende eines Neubaugebiets, in einem großen Haus vor der Wiese. Das Gras war so hoch wie ich und wir liefen immer durch und haben Fasane hochgejagt.
Das war wie ein Urwald, viel Freiheit, das Leben war nicht komplett durchgetaktet. Ich bin damals oft allein mit dem Bus gefahren – mit 6 Jahren! Handys gab es damals noch nicht. Das war kein Problem, denn: Meine Mutter hat quasi die erste Gefährdungsbeurteilung für mich erstellt! Doch Scherz beiseite:
Meine ganze Kraft setze ich heute für den Schutz von Umwelt und Menschen ein.
Sie werden mir sicher zustimmen:
Wer Ergebnisse erreichen will, braucht Fachwissen.
Neben meinem Studium habe ich die Qualifikation zur Fachkraft für Arbeitssicherheit für die folgenden Berufsgenossenschaften absolviert: BGN, BG RCI, BG ETEM, BGW und VBG. Außerdem habe ich diese Zusatzqualifikationen: Systemische Arbeitsschutzberatung in KMU, Fachkraft für Explosionsschutz, Fachberaterin für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, Fachkunde für die Beurteilung der Gefährdung durch Lärm und für Lärmimmissionsmessungen, Befähigte Person für ortsfeste statische Regalanlagen DIN EN 15635 und BetrSichV, Qualifizierung zum internen Arbeitsschutzauditor nach BS OHSAS 18001 (BSI Group Deutschland), Qualifizierung zum Umweltbetriebsprüfer / internen Umweltauditor (concada).
Inzwischen arbeite ich seit ca. 18 Jahren als Sicherheitsingenieurin und freiberufliche Unternehmensberaterin im Bereich Umweltschutz und Arbeitssicherheit.
Dabei stoße ich oft auf Widerstand bei Arbeitgebern.
Bestimmt sehen Sie das auch so: Unternehmen müssen Gewinn machen. Arbeitgeber müssen bei jeder Maßnahme die Kosten-Nutzen-Frage stellen, das ist ihr Job. Die Folge: Häufig müssen Sifas für jede Maßnahme die Vorteile für das Unternehmen herausstellen, bevor sie genehmigt wird.
Mein Ziel ist deshalb auch nicht zwanghaft der ganz große Wurf, sondern:
In kleinen Schritten Verbesserungen für die Leute erreichen.
Eine andere Wahrheit ist:
Als Arbeitsschützer wird man am liebsten von hinten gesehen. Nörgelt, meckert und kostet Geld. Zusätzliche Formulare, Aufwand, Geld. Meine Devise dazu lautet:
Manchmal muss man einen "Brummer" halt auch mal aushalten.
Entscheidend ist, dass Sie keine Kompromisse machen, wenn es um Leib und Leben geht!
Dazu gehört auch: Wenn einem das nötige Fachwissen fehlt, unbedingt Experten hinzurufen. Wissen, wo die eigenen Grenzen sind.
Hinzu kommt: Im Arbeitsschutz ist man eigentlich nie fertig. Mein persönlicher Tipp dazu:
Wie frühstückt man einen Elefanten? Man zerlegt ihn in Stücke! Anders geht’s nicht. Fragen Sie sich immer: Was soll am Ende herauskommen?
Und: Aushalten, dass 1.000 Dinge passieren könnten. Denn oft passieren sie gar nicht.
Meine Erfahrungen aus über 18 Jahren als Sicherheitsingenieurin und freiberufliche Sifa sowie meine ganze Leidenschaft als Menschenretterin gebe ich gerne in „Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz aktuell“ an alle weiter, die wie ich davon träumen, die Situation der Menschen in den Betrieben jeden Tag ein wenig besser zu machen.
Meine drei Fachkollegen und ich freuen sich auf Sie!